20/02/2026 0 Kommentare
Schrittweise in die Fastenzeit
Schrittweise in die Fastenzeit
# geistliche Impulse/Extrablatt MH

Schrittweise in die Fastenzeit
Wie haben Sie den Beginn der Fastenzeit erlebt?
Nehmen Sie sich auch etwas vor, um diese spezielle Jahreszeit aufmerksamer zu erleben? Klassischerweise sind es ja drei Dinge: Fasten, Gebet und Almosen, die uns helfen sollen, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das Fasten ist ein Verzicht, der uns helfen soll, unnötigen Ballast loszulassen. Das Gebet ist die Beziehungspflege mit Gott, aber auch mit unseren Mitmenschen, wenn wir für sie beten. Und Almosen machen uns bewusst, dass wir etwas von uns geben können, und immer noch genug zum Leben haben.
Wenn ich mir alle drei Dinge auf einmal vornehme und dann auch noch ein Leistungsdenken habe, dass ich in allem das Maximale erreichen muss, passiert es leicht, dass ich nach einer Woche aufgebe, weil ich nicht alles schaffen kann. Daher konzentriere ich mich auf eine spezielle Sache, die ich aber auch einhalte.
Und das zweite ist, dass ich langsam und schrittweise in die Fastenzeit eintauche. Die Vorbereitungszeit auf Ostern verlangt eine Umstellung, eine Änderung unserer Gewohnheiten, und das braucht Zeit. In der Ukrainischen Kirche (aber auch in den anderen Ostkirchen der byzantinischen Tradition) machen wir das, indem wir schrittweise in die Fastenzeit eintauchen. So kennen wir eine Vorfastenzeit, in der wir schon auf einige Dinge verzichten und uns so bewusst und langsam auf die eigentliche Fastenzeit einstimmen. Vor zwei Wochen feierten wir den Fleischverzichtssonntag (М’ясопусна – M’yasopusna). Von dem Moment an gab es kein Fleisch mehr, nur noch Milch und Milchprodukte. Vor einer Woche feierten wir dann auch den Käseverzichtssonntag (Сиропусна – Syropusna), seit dem wir auch auf Milch verzichten.
In der heutigen, nicht mehr landwirtschaftlich geprägten Zeit, konzentrieren wir uns auch auf andere Formen des Verzichts und des Einstimmens. Was wäre denn Ihr Fleisch und Ihr Käse, auf die Sie verzichten könnten? Ich bin gespannt, was Ihnen dazu einfällt!
Ich wünsche Ihnen eine gesegnete und erfüllende Fastenzeit, schrittweise und stetig, und einen schönen Sonntag,
Ihr Mathias Werfeli SJ, Zürich

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