Woher kommt das Unkraut?

Woher kommt das Unkraut?

Woher kommt das Unkraut?

# geistliche Impulse/Extrablatt MH

Woher kommt das Unkraut?

„Woher kommt das Unkraut?“

Diese Frage stammt aus dem Evangelium des Sonntags vom 19. Juli. Jesus erzählt ein Gleichnis. Er erzählt es „der Menge“: den vielen Leuten, die als ungebildet gelten, weil sie von den Regeln der Religion wenig Ahnung haben und sie deshalb auch nicht befolgen. Vor Gott stehen sie schlecht da. Aber Jesus redet zu ihnen. Er denkt sich in sie hinein und achtet auf ihre Fassungskraft. Seine Jünger sind dabei und hören zu.

Jesus redet über das Himmelreich. Dieses Thema beschäftigt die Menschen, die ungebildeten ebenso wie die gebildeten. „Himmelreich“ – das Wort duftet nach Glück und Frieden. Wenn es da nicht einen üblen Geruch gäbe!

Geduld haben, wachsen lassen

Im Bild vom Sämann, der guten Samen auf seinen Acker sät, erzählt Jesus von einem Feind. Als die Menschen schliefen, kam dieser, säte Unkraut unter den Weizen und ging weg. Dass es Unkraut gibt, wissen alle, und dass man es beseitigen muss, wissen auch alle. Aber dass es einen Feind gibt, das sagt Jesus.

Mit Unkraut haben wir Erfahrung. Auf unseren Äckern und in unseren Gärten bekämpfen wir es. Aber Jesus spricht vom Acker eines anderen. Er sagt gleichsam: „Moment mal: Bedenkt, dass auf dem Acker, den ich meine, kostbarer Weizen wächst! Wenn ihr auf diesen Acker geht und Unkraut ausreißt, dann reißt ihr auch den Weizen aus. Das finde ich nicht richtig. Lasst beides wachsen bis zur Ernte! Mit den Erntehelfern rede ich, nicht ihr, und ich sage ihnen, was sie tun sollen. Und den Feind? Den überlasst mir! Er steht unter meiner Kontrolle. Er kann das Reifwerden des Weizens nicht verhindern und das Angebot an Brot nicht verknappen.“

Das Himmelreich für mich

Auch ich bin ein Hörer dieses Gleichnisses und überlege, was ich sagen würde, wenn mich jemand fragt: „Himmelreich – was ist das?“ Ich würde erzählen, was mich an Jesu Gleichnis beeindruckt. Es ist ein Doppeltes:

  • Das Himmelreich ist wie ein Weizenfeld, das Gott gehört, auf dem die Körner reifen für das Mehl, aus dem gutes Brot gebacken wird – ein Brot aus dem Himmel. Störe diesen Weizen nicht beim Reifwerden!

  • Und: Lerne, den Weizen vom Unkraut zu unterscheiden!

Ihr Wendelin Köster SJ, Frankfurt

Dies könnte Sie auch interessieren

0
Feed