23/10/2026 0 Kommentare
Mit Gottes Blick durch die Welt
Mit Gottes Blick durch die Welt
# geistliche Impulse/Extrablatt MH

Mit Gottes Blick durch die Welt
Manchmal scheint die Welt kaum zur Ruhe zu kommen. Vieles ist ungewiss, manches schwer auszuhalten. Wir hören, sehen und erfahren so viel, dass kaum Zeit bleibt, all das in uns ankommen zu lassen. Und ich kenne die Erfahrung, dass die Unruhe draußen irgendwann auch in mir selbst weiterklingt.
Vielleicht tut es gut, für einen Moment stehen zu bleiben. Nicht, um die Augen vor dem zu verschließen, was geschieht. Sondern um wieder wahrzunehmen, was trägt. Mich überfordert es, immer Antworten haben zu müssen und jedes Dunkel verstehen zu wollen.
Auch wenn es mir manchmal schwerfällt, versuche ich, es Gott hinzuhalten. All das, was ich gerade sehe und erfahre: Angst und Hoffnung, Ratlosigkeit über aktuelle Entwicklungen und aufgestaute Aggression, persönliches Leid und ganz viel Sehnsucht nach Frieden.
Gott in allem suchen und finden
Vielleicht entdecken wir dabei, dass neben all dem, was uns beunruhigt, auch anderes in uns lebendig ist. Ein leises Vertrauen. Die Freude an einem Menschen. Die Kraft, nicht gleichgültig zu werden. Die Bereitschaft, trotz allem freundlich zu bleiben und dem Guten Raum zu geben. Es ist die Einladung, nach Gottes Gegenwart in unserer Welt zu suchen und aufmerksam zu werden für das, was Leben weckt.
Für mich war ein solcher Moment am vergangenen Sonntag die Lesung aus dem Thessalonicherbrief, die an diesem Sonntag weitergeht. Paulus grüßt die Gemeinde und hat eine innere Haltung, die sein Gegenüber wertschätzt: „Wir wissen, von Gott geliebte Brüder und Schwestern, dass ihr erwählt seid.“ Davon ausgehend wird er sie im Brief auch noch ermahnen.
Gottes Antlitz im Nächsten sehen
Es ist der Gedanke: Jeder Mensch ist von Gott geschaffen und geliebt. Für mich bedeutet es, dort, wo es in meinem Umfeld möglich ist, erst meinem Gegenüber zu begegnen und dann an die Herausforderungen zu gehen, die es gibt. Dies ist keine Lösung aller Probleme der Welt, aber es könnte eine Grundhaltung für meinen Alltag werden.
Ich wünsche Ihnen ein gutes Wochenende und die Erfahrung, etwas zu entdecken, was Ihnen hilft, gut leben zu können.
Ihr Fabian Loudwin SJ, Hamburg

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