Ignatius verändert die Welt

Ignatius verändert die Welt

Ignatius verändert die Welt

# geistliche Impulse/Extrablatt MH

Ignatius verändert die Welt

In wenigen Tagen feiern wir das Fest des heiligen Ignatius. Wenn ich den Heiligen heute fragen könnte, wie es ihm gelungen ist, in Europa eine Kulturrevolution in Gang zu setzen, würde er mich entgeistert anschauen und sagen: „Ich? Eine Kulturrevolution?“

Ich würde erklären: „Durch dich, die Exerzitien, deinen Bildungshunger, dein unabhängiges Denken, dein missionarisches Ausgreifen wurde aus dem dahindämmernden Christentum ein dynamischer Kulturfaktor.“ Ignatius würde vielleicht antworten: „Ja, das ist so gekommen, aber das hatte ich überhaupt nicht im Sinn.“ Ich würde fragen: „Was hattest du denn im Sinn?“

„Ich hatte drei Grundüberzeugungen“, würde Ignatius wohl sagen:

  • „Ich wollte erstens den Willen Gottes erkennen und tun – und zwar zu seiner Ehre.

  • Ich wollte zweitens den Papst fragen: Wo brennt es in der Kirche am meisten, wo sollen meine Gefährten und ich hingehen?

  • Ich habe drittens zum Fenster hinausgeschaut und gesehen, dass hunderte Kinder auf den Straßen von Rom keine Ahnung vom christlichen Glauben hatten und dazu auch oft von Hunger geplagt wurden.“

Wenn der Geist Gottes wirkt

„Ich hatte alles andere als ein großes Kulturkonzept“, würde Ignatius wohl fortfahren. „Dass meine Leute de facto Teile Europas geistig und geistlich umgekrempelt haben, hat mich überrascht, aber das war nicht auf meine Fahne geschrieben. Das musst du dem Heiligen Geist in die Schuhe schieben.“

Ich würde Ignatius dann fragen: „Kannst du heute im Rückblick sagen, warum es so wunderbar gekommen ist: mit vielen Schulen und Universitäten, mit den Exerzitien, den Missionaren bis Indien, China, Lateinamerika?“ Ignatius würde wohl sagen: „Meine Gefährten begegneten in den Exerzitien wirklich Christus und banden sich auf Biegen und Brechen an ihn. Und wir alle haben in Paris entschieden: In den Studien darf nicht geschlampt werden, wir müssen sie korrekt abschließen. Weil Gott im Zentrum stand, hat sich die Welt verändert.“

Ihr Eberhard von Gemmingen SJ, München

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