Gott ist dreifaltig einer

Gott ist dreifaltig einer

Gott ist dreifaltig einer

# geistliche Impulse/Extrablatt MH

Gott ist dreifaltig einer

Das Hochfest der Dreifaltigkeit möchte uns morgen bewusst machen, was ein Kirchenlied knapp und treffend so ausdrückt: „Gott ist dreifaltig einer.“ Diese zentrale Aussage will unser Glauben und Beten bereichern, erscheint aber manchen Gläubigen schwer verständlich.

Fragen wir uns: Warum genügte es den ersten Christen nicht, Gott mit dem Vaterunser anzusprechen, das weder den Sohn noch den Heiligen Geist erwähnt? Warum haben sie „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ getauft?

Weil sie nach der Auferstehung Jesu erkannten, dass dieser nicht nur als ergriffener Prophet zu Gott als seinem Vater betete, sondern an dessen Stelle handelte und sprach: als seine Stimme, sein Wort, sein Sohn – erfüllt von seinem Geist, mit dem er auch in uns wirken will. Dass sich uns der eine Gott in Jesus so höchstpersönlich zugewandt hat und zuwendet, war nur zu verstehen, wenn man ihn dreifaltig dachte.

Gottes drei Seinsweisen

Dabei sind Missverständnisse zu vermeiden: Wenn wir von einem menschlichen „Vater“ und „Sohn“ sprechen, meinen wir zwei eigenständige Personen (Ichs). Gott aber kann nur eine Person, ein Ich sein – dies jedoch in drei „Seinsweisen“ (so der Theologe Karl Barth). Als die Konzilien vom einen Gott in „drei Personen“ sprachen, verstanden sie das Wort „Person“ in diesem, nicht in unserem modernen Sinn.

Diese drei Seinsweisen denke ich mir so: Gott ist kein kaltes Prinzip, kein Es, sondern auf göttliche Art Person, Ich. Als Person ist er sich wie in einem Selbstgespräch seiner selbst bewusst und begegnet sich selbst in seinem eigenen, inneren Du. Während wir aber unser eigenes Du vielleicht in manchem ablehnen, akzeptiert es Gott aufgrund seiner Vollkommenheit als sein Ebenbild und seinen „Sohn“ in seliger Liebe, die dieser ihm als seinem Vater erwidert: im Heiligen Geist. In diesen Weisen ist uns der eine Gott als Schöpfer, als Menschgewordener und Geist nahe.

Dreifaltigkeit im Gebet

Wenn ich bete „dreifaltiger Gott“, kann ich an diese Drei-Einheit denken. Bete ich „nur“ zum Vater, so ehre ich ihn nicht bloß als meinen Schöpfer, sondern auch als den, der seinen einzigen Sohn dahingab, damit wir ewiges Leben haben (Joh 3,16). Wenn ich zu Jesus bete, verehre ich ihn auch als den, durch den der Vater zu vernehmen war, als sein „Wort“ und seinen Sohn. Wenn ich um den Heiligen Geist bitte, betrachte ich ihn nicht als von Gott verschiedene, kosmische Kraft, sondern als die „Liebe Gottes, ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist“ (Röm 5,5). Als Liebe, die Vater und Sohn eint und uns inspirieren will.

Ich kann einfach zu „Gott“ beten. Ihn dreifaltig zu denken, bringt ihn mir aber näher.

Ihr Bernhard Grom SJ, München

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