07/08/2026 0 Kommentare
Gegenwind
Gegenwind
# geistliche Impulse/Extrablatt MH

Gegenwind
Jesus lässt seine Jünger mit dem Boot an das andere Ufer fahren. Auf dem See wird es hin und her geworfen. Die Jünger sind arg gefordert, noch dazu ist Gegenwind (vgl. Mt 14,22–33). Ein Bild für manche unserer Erfahrungen?!
Aus allen Richtungen Gegenwind
Wer kennt es nicht? Man strengt sich an und will Gutes voranbringen, aber einige arbeiten dagegen und verbreiten eine widerständige Stimmung. Gegenwind kann auch von den eigenen Stimmungsschwankungen kommen: Gekränkt oder von sich selbst enttäuscht gelingt es nicht, mit Freude und Schwung voranzukommen. Starker Gegenwind kann bedeuten, dass wir Menschen nicht vergeben können. Die Verletzungen, die wir durch sie erfahren haben, brechen immer wieder auf. Aggression, Wut, Eifersucht, Angst und Feigheit kommen hoch.
Gegenwinde bringen unser Boot ins Wanken. Es kostet viel Kraft, gegen sie anzukämpfen. Und dazu der Zweifel: „Hat mich Gott verlassen? Wo finde ich die Hilfe des Herrn?“
Jesus kommt uns entgegen
Mitten in der Nacht kommt Jesus den Jüngern auf dem unruhigen Wasser entgegen – völlig unerwartet. Das weckt zunächst Ängste. Da hören die Jünger Seine vertraute Stimme: „Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!“ Wie gut tut es, Ihn zu hören und zu erkennen!
„Herr, ich will zu dir! Lass mich auf dem Wasser zu dir kommen!“ Wünscht sich Petrus von seinem Herrn etwas Unmögliches? Aber bei Gott ist doch nichts unmöglich?
Jesus, in seiner göttlichen Liebe zu den Menschen, ermutigt und ruft: „Komm!“ Mit Vertrauen steigt Petrus aus dem Boot und geht auf dem Wasser wie auf festem Boden zu Jesus. Während Petrus auf Jesus blickt, erlebt er sich vom Wasser getragen. Kaum registriert er das aufgewühlte Wasser, beginnt er zu zweifeln – und geht unter. Aber er ruft sofort und mit starker Zuversicht: „Herr, rette mich!“ Jesus streckt seine Hand aus und Petrus fällt nicht tiefer als in die Hand Jesu.
Voll Vertrauen
Die Botschaft aus diesem Evangelium? Auch bei Gegenwind ist Jesus gegenwärtig und ermutigt. „Hab Vertrauen! Ich bin mit dir!“ – Und wenn du meinst, unterzugehen, und du rufst nach Ihm „Herr, rette mich!“, so wird der Herr dich halten.
Ihr Reinhold Ettel SJ, Wien

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