22/08/2026 0 Kommentare
Für wen hältst Du mich?
Für wen hältst Du mich?
# geistliche Impulse/Extrablatt MH

Für wen hältst Du mich?
„Für wen haltet ihr mich?“
Jesus stellte diese Frage an seine Jünger, und Simon Petrus antwortete. Der Ort, wo das geschah, liegt im Norden des heutigen Israel, an den Quellen des Jordan, der aus dem Felsboden des Berges Hermon hervorsprudelt. In der Nähe lag die Sommerresidenz des Königs Herodes Philippus, der über dieses Gebiet herrschte. Die Umgebung war auch eine „Götterresidenz“, weil es so viele Heiligtümer von heidnischen Gottheiten gab. Eines war dem Gott Pan gewidmet, dem Clown und Panikmacher, Spezialist für unterhaltsame Aufregung.
Wenn Jesus mich heute fragen würde „Für wen hältst du mich?“, was würde ich antworten? Er fragt mich natürlich nicht direkt, sondern lässt durch andere Menschen fragen. Als Erstes würde ich sagen: Ich traue dem, was meine Vorfahren über Jesus erzählt haben. Zu meinen Vorfahren rechne ich die, welche mit ihm zusammen waren und dann aufgeschrieben haben, was sie glaubten. Dem traue ich. Und so traue ich auch dem Petrus und seiner Antwort: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“
Als Zweites würde ich an die Frage Jesu anknüpfen: „Für wen halten die Menschen den Menschensohn?“ Jesus nennt sich „Menschensohn“. Auf dieser Grundlage ist Jesus Christus mein Mitmensch, genauso wie für Simon Petrus und die anderen Jünger. Ich sehe in ihm einen Menschensohn, wie auch ich einer bin. Gleichzeitig bemerke ich: Er ist anders. Mit dem „Menschensohn“ und dem „Mitmenschen“ allein ist es nicht getan. Er hat andere Wurzeln und andere Kräfte, die aus größerer Tiefe kommen. Sie machen ihn einzigartig. Mit ihnen stellt er sich dem Unmenschlichen entgegen. Das Unmenschliche! Das ist der Hass und der Tod, der Hass mit Todesfolge, das Böse. Auch das Böse kommt aus großer, aber unheimlicher Tiefe und hat versucht, ihn zu bezwingen. Vergebens!
Besser als Petrus kann ich es nicht sagen. Ob ich schneller als er bereit wäre, mein Vertrauen auf Jesus zu setzen, muss ich bezweifeln. Denn ich hätte ihn lieber als einen Anführer, der mehrheitsfähig und massenwirksam ist und mit einem Schlag dem Bösen ein Ende bereitet.
Ihr Wendelin Köster SJ, Frankfurt am Main

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