Eine Begegnung die verändert

Eine Begegnung die verändert

Eine Begegnung die verändert

# geistliche Impulse/Extrablatt MH

Eine Begegnung die verändert

Das Evangelium des Ostermontags von den beiden Emmaus-Jüngern klingt in diesen Tagen nach. Auf dem Weg nach Emmaus begegnen sie Jesus, erkennen ihn aber nicht.

Die Szene zeigt uns ein gemeinsames Gehen. Genauer gesagt, zwei Arten des gemeinsamen Gehens. Da ist das gemeinsame Zurücklegen des Weges, der weg führt von Jerusalem, weg von der Gemeinschaft, weg von den leidvollen Erfahrungen des Freitags und Samstags, weg vom Kreuz. Es ist ein Weg bergab, geografisch und innerlich, die Beine und das Herz schwer von Enttäuschung, Trauer, Bitterkeit: „Wir hatten gehofft, er sei derjenige, der Israel befreien würde …“

Und es gibt noch ein weiteres gemeinsames Gehen, das der Rückkehr, spät in der Nacht, nach Jerusalem, zur Gemeinschaft, zum Leben. Dunkelheit ringsum, die Straße bergauf, aber Beine, die fliegen, Augen, die vor Freude funkeln, und Herzen, die von einer Begegnung entflammt sind, die die inneren Sinne befreit, sie für das Licht öffnet und ein unbändiges Verlangen weckt, es anderen mitzuteilen.

Eine Begegnung, die verändert

Zwischen den beiden Wegen liegt eben diese Begegnung. Aus den beiden Wanderern werden drei. Der dritte nähert sich den beiden auf ihrem Weg bergab. Er verlangt keine Kursänderung, er steigt mit ihnen hinab, hört zu, bis sich der Raum für eine Frage öffnet: „Was sind das für Gespräche, die ihr unterwegs miteinander führt?“ Behutsam, respektvoll, mit Würde. So können sie das Herz von dem Schmerz befreien, der es belastet und die Sicht versperrt.

Und sie wünschen sich: „Bleib bei uns, denn es wird Abend und der Tag neigt sich dem Ende zu.“ Gott kommt herein und bleibt. Er bleibt bei ihnen, dort, wo es weh tut. Die beiden Jünger entdecken, dass sie von Jesus gesucht, erreicht und geheilt wurden, weil er mit ihnen in ihre Trauer hinabgestiegen ist. Nun haben sie keine Angst mehr vor der Nacht: Jesus ist bei und in ihnen. Es drängt, sofort nach Jerusalem zurückzukehren, zusammenzukommen, sich wiederzufinden, gemeinsam zu gehen und allen mitzuteilen, dass die Nacht nun hell ist.

Es gibt ein gemeinsames Aufbrechen, das zwar anstrengend ist, aber von der Freude beseelt ist, die unseren Füßen und unserem Herzen Flügel verleiht. So zu sein: wie gebrochenes Brot zu werden, es mit anderen zu teilen, besonders mit jenen, die verwundet oder verwundbar sind. Das ist ein Glaube, der ausstrahlt und belebt. 

Ihr Hans Zollner SJ, Rom


Dies könnte Sie auch interessieren

0
Feed