09/10/2026 0 Kommentare
Die Entscheidung liegt bei Dir!
Die Entscheidung liegt bei Dir!
# geistliche Impulse/Extrablatt MH

Die Entscheidung liegt bei Dir!
Vermutlich tun Sie immer, was Sie wollen, sonst würden Sie ja etwas anderes tun.
Das klingt provozierend. Sie halten diese Aussage vielleicht für eine Illusion und den, der das behauptet, für einen ahnungslosen Träumer.
Ein Beispiel: Herr Mayer hat sich so auf den Konzertabend gefreut und dann kommt eine dienstliche Verpflichtung dazwischen. Diesem Auftrag kann er sich nicht entziehen, das sind eben die Sachzwänge. Er wird zum Opfer der Umstände. „Es geht eben nicht anders!“, so denkt er zuerst.
Keine Entscheidung ohne Konsequenzen
Und doch muss sich Herr Mayer entscheiden: Zum Konzert gehen oder zur Arbeit? Natürlich hat beides Konsequenzen, die er jeweils mitwählt. Er trifft seine Entscheidung so, wie er es will – sowohl wenn er zum Konzert geht, auf das er sich schon wochenlang freut, und dafür den Konflikt mit dem Arbeitgeber in Kauf nimmt, als auch wenn er zur Arbeit geht und auf das Konzert verzichtet.
Für beide Möglichkeiten gibt es gute Gründe. Er entscheidet, was er bevorzugt. Es gibt kein absolutes „Muss“. Er kann seine Verantwortung nicht auf die Umstände oder auf sogenannte Sachzwänge schieben. Und wenn er seine Entscheidung getroffen hat, braucht er hinterher nicht jammern.
Anders liegt die Sache bei Frau Huber, die unter inneren Zwängen leidet, die sie nicht im Griff hat. Sie kann tatsächlich oft nicht tun, was sie will, sondern ist ihrer Sucht ausgeliefert. Aber sie kann entscheiden, ob sie ewig so weiterleben oder sich von außen helfen lassen will.
Zwischen Wollen und Sollen
Ganz allgemein gibt es eine innere Hilfe für gute Entscheidungen: aufmerksam zu sein auf die Stimme, die einem sagt, was man „soll“ – sozusagen von einem höheren Standpunkt her oder aus einer größeren Tiefe heraus:
Soll Herr Mayer ins Konzert gehen oder seinen Dienst antreten?
Soll Frau Huber eine Beratungsstelle aufsuchen?
Soll der Eingeladene aus dem Sonntagsevangelium zum Hochzeitsmahl erscheinen oder sind der Acker und der Laden wichtiger?
Natürlich: Auch was man soll, muss man wollen.
Frohe Grüße – und treffen Sie gute Entscheidungen!
Ihr Walter Heck SJ, Wien

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